LK 12 Geschichte
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Ergebnisse eines europäischen Geschichtsprojektes

La Marcha Real

 

„Marcha Real“ bedeutet übersetzt „Königlicher Marsch“.

1761 tauchte die Melodie der spanischen Nationalhymne erstmals in einem Dokument auf. Demnach ist sie eine der ältesten Nationalhymnen Europas.

Ihr Ursprung ist leider weitgehend unbekannt, man weiß aber, dass sie 1770, da noch „Marcha Granadera“ genannt, von König Karl III zum offiziellen Ehrenmarsch erklärt wurde. So wurde der Marsch jedes Mal wenn die Königsfamilie auftrat gespielt und vom Volk zur Nationalhymne erklärt.

Ein Text wurde erstmals 1843 von Ventura de la Vega verfasst, jedoch besteht sein Text nur aus einer Strophe und wurde niemals offiziell.

 

Kommt, ihr Spanier

Folgt dem Ruf

Gott schütze die Königin

Gott schütze das Land

 

1869 wurde ein Preisausschreiben für den besten Marsch veranstaltet. Es gab 500 Bewerber und Marschall Serano, der die Komposition des 1786 gestorbenen Preußenkönigs Friedrich II einreichte gewann es. Hieraus entsteht also die Hymne, die wir bis heute kennen.

Einen Text zur Hymne gab es weiterhin nicht. Ca. 1900 gab es zwar unter der Herrschaft König Alfons XIII und der Diktatur General Franco´s Liedtexte, diese waren jedoch nur inoffiziell und wurden nie veröffentlicht, geschweige denn anerkannt.

Hier ein Textbeispiel (Übersetzt) :

 

 

Alfonso XIII komponiert von Eduardo Marquina :

Ehre, Ehre, Krone des Vaterlandes

Souveränes Licht

In ihrem Standard – Gold

 

Leben, Leben, Zukunft des Vaterlandes

In ihren Augen ist es

Ein offenes Herz

 

Purpur und Gold: unsterbliche Flagge

In ihren Farben ; Fleisch und Seele

Purpur und Gold : zu wollen und zu erreichen

Sie sind , Fahne das Zeichen der menschlichen Arbeit

 

Ehre, Ehre, Krone des Vaterlandes

Souveränes Licht

In ihrem Standard – Gold

 

Purpur und Gold : unsterbliche Flagge

In ihren Farben zusammen

Fleisch und Seele

 

Zur Interpretation der Melodie und der uns vorliegenden inoffiziellen Texte lässt sich folgendes sagen.

Der Marsch ist, wie viel Hymnen sehr feierlich, harmonisch und imposant. Die Melodie strahlt Stärke und Kraft aus und durch den Wechsel von laut und leise entsteht ein harmonischer und feierlicher Klang.

Beide Texte heben die Monarchie und das Vaterland hervor und zeugen von Religiösität.

 

Die deutsche Nationalhymne

Die deutsche Nationalhymne besteht seit August 1991 aus der dritten Strophe des Deutschlandliedes. Der damalige Bundeskanzler Kohl und Bundespräsident von Weizecker haben die aktuelle Fassung festgelegt. Die Melodie stammt aus der Kaiserhymne "Gott erhalte Franz, den Kaiser, unsern guten Kaiser Franz" von Joseph Hayden. Der Textdichter war der Literaturprofessor August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874). Er war ein  Demokrat und Anhänger des Liberalismus.

Prinzipiell soll eine Hymne ein feierlicher Gesang sein. Erst im 18. Jahrhundert gab es überhaupt die ersten Hymnen. Viele Hymnen entstanden nach wichtigen historischen Ereignissen wie Revolutionen oder nationalen Freiheitsschlachten. Die Hymnen von Frankreich und den USA sind ein  Beispiel dafür. Für die Bevölkerung hat es daher eine große Bedeutung.

Historisch betrachtet hat sich die deutsche Hymne unterschiedlich entwickelt.

Zum Geburtstag des österreichischen Kaisers wurde das Lied im Jahr 1797 uraufgeführt.

Der Text sollte zu damaligen Zeit zukunftweisend sein und auf eine mögliche Einheit einer deutschen Nation hinweisen. Der Wiener Kongress, der im deutschen Bund zusammengeschlossen war, bestand aus insgesamt 39 Einzelstaaten. Gerade die Intellektuellen wollten einen einheitlichen Staat ohne Grenzen.
 
Verbreitung fand das Lied erst  ab der Bismarckschen Reichsgründung 1871. Auch zu der Zeit meldeten sich schon kritische Stimmen, die die erste Strophe missbilligten.

Auch fehlte es  nicht an Kritikern, denen die erste Strophe zu weit ging. Geographisch gesehen fließt die  Maas  durch Frankreich / Belgien und die Etsch durch Italien, die Memel durch Litauen und der  Belt durch Dänemark. Daraus lässt sich eine Ausweitung des deutschen Reiches ableiten.

Erstmals offiziell gesungen wurde das Deutschlandlied 1890.

 
1922 setzte die erste sozialdemokratische Regierung das Deutschlandlied als Nationalhymne ein.

Reichspräsident Friedrich Ebert begründete dies auf einer Festansprache so: "Einigkeit und Recht und Freiheit! Dieser Dreiklang aus dem Liede des Dichters gab in Zeiten innerer Zersplitterung und Unterdrückung der Sehnsucht aller Deutschen Ausdruck; es soll auch jetzt unseren harten Weg zu einer besseren Zukunft begleiten...".

In der Weimarer Republik kam eine  vierte Strophe dazu, die aber langfristig keine Popularität fand.

Zur Zeit der ersten Weltkrieges wurde patriotische Lieder umgetextet oder für Propagandazwecke vereinnahmt.

Obwohl durch einen liberalen Dichter entstanden, missbrauchte Hitler die Hymne und deutete gerade  erster Strophe für seine Zwecke um. Die 2. und 3. Strophe waren zu der Zeit verboten.

In der Nazizeit wurde nach der ersten Strophe des Deutschlandliedes offiziell das Horst-Wessel-Lied gesungen.

Nach dem 2. Weltkrieg kam  das Deutschlandlied auf den Index, der Gesang war strafbar. 1949 gab es keine festgeschriebene Nationalhymne mehr. Allein die Bundesflagge galt als nationales Symbol.

Mehrere  Abgeordnete unterschiedlicher Parteien beantragten  nach Gründung der Bundesrepublik, wieder alle drei Strophen zur Nationalhymne zu erklären.

 

Theodor Heuss , erster Bundespräsident , ersetzte das Deutschlandlied durch die Melodie "Ich hab' mich ergeben", am so einen Neuanfang zu signalisieren. Des weiteren beauftragte er 1950 Hermann Reutter eine neue Hymne zu schreiben. Titel dieser war „ Land des Glaubens, deutsches Land".

Von der Bevölkerung wurde dies nicht angenommen. Drei von vier Westdeutschen sprachen sich 1951für die Beibehaltung des Deutschlandliedes aus.

Zum Missfall der Siegermächte engagierte sich  Bundeskanzler Konrad Adenauer bei unterschiedlichen offiziellen Gelegenheiten für die alte Hymne.

Trotzdem setzte sich der Kanzler letztlich durch. So beschloss der Karlsruher CDU-Parteitag im Oktober 1951 einstimmig, Bundespräsident Heuss zu bitten, den Bann vom Deutschlandlied zu nehmen.

1951 setzte sich durch, dass bei staatlichen Anlässen wieder die dritte Strophe von Hoffmann von Fallersleben gesungen werden durfte.

Viele Rechtsgelehrten stritten danach 38 Jahre lang ohne Ergebnis, ob dies Lied nun wieder den Rang der Nationalhymne bekommen darf.

Das Bundesverfassungsgericht beschloss erst 1990, dass nur die dritte Strophe strafrechtlich geschützt ist. Ein eindeutiges Gesetz gibt es bislang noch nicht.

 

Nationalhymne Niederlande (Het Wilhelmus)

 

Het Wilhelmus wurde um 1570, warscheinlich von Philips van Marnix geschrieben. Sie ist neben der japanischen wohl die älteste Nationalhymne der Welt.

Het Wilhelmus wurde zu Ehren von Wilhelm I. von Oranien-Nassau während des Aufstands gegen die Spanier geschrieben. Dieser Aufstand ist auch als der Achtzigjährige Krieg bekannt.

Als die Niederlande 1815 zum Königreich ernannt wurden, wurde ein anderes Lied als Nationalhymne gewählt ( Wien Neêrlands Bloed). Het Wilhelmus wurde deshalb nicht als Nationalhymne eingesetzt, da es zu stark mit der Partei verknüpft war, die das Haus von Oranien-Nassau unterstütze.

Seine Popularität ging aber nie verloren. Am 10.Mai 1932 wurde Het Wilhelmus die neue Nationalhymne der Niederlande.

 

Für gewöhnlich wird nur die erste Strophe gesungen. Insgesamt besitzt die Nationalhymne jedoch 15 Strophen.

 

 

 

 

1. Strophe

Wilhelmus van Nassouwe

Ben ik, van Duitsen bloed,

den vaderland getrouwe

blijf ik tot in den dood.

Een Prinse van Oranje

Ben ik, vrij, onverveerd,

den Koning van Hispanje

heb ik altijd geëerd.

 

 

 

 

 

Deutsche Übersetzung:

Wilhelm von Nassau
bin ich, von deutschem Blut,
dem Vaterland getreu
bleib’ ich bis in den Tod.
Ein Prinz von Oranien
bin ich, frei und furchtlos,
den König von Spanien
hab’ ich allzeit geehrt.

 

Zur ersten Strophe:

,,von deutschem Blut“ bedeutet ,,aus Deutschland“ ( Wilhelm war Deutscher)

Die zweite Bedeutung von ,,Duits“ ist abgeleitet von ,,Diets“, welches die Abkürzung von ,,Niederdiets“, das übersetzt ,,niederländisch“ bedeutet.

Die letzten beiden Zeilen ,,dem König von Spanien hab’ ich allzeit geehrt“ werden oft als Anzeichen eines inneren Zwiespalts gedeutet, in dem sich der Führer im Niederländisch-Spanischen Krieg befand: Einerseits war Wilhelm von Oranien zur Treue gegenüber dem König von Spanien verpflichtet, andererseits wollte er seinem Land (den Spanischen Niederlanden) bis in den Tod dienen.

Durch Zeilen wie ,,dem Vaterland getreu“ wird ein Einheits- und Zusammengehörigkeitsgefühl geschaffen. In der sechsten Zeile der ersten Strophe sind zudem liberale Gedanken enthalten ,,frei und furchtlos“ (Möglicherweise der Wunsch nach Unabhängigkeit von Spanien?!)

 

Gebet der Russen- Die Russische Hymne im 19. Jahrhundert

 

·        Ursprung der Hymne : Sehnsucht nach der UdSSR

 

Die staatlichen Feierlichkeiten im Zarenreich Russland wurden anlässlich der Thronbesteigung von Kirchengesang begleitet.

Zar Peter I ließ dies abschaffen und ersetzte die Prozedur durch Vitat-Gesänge.

Ein musikalisches Werk aus der Zeit des Zaren Peter I, verglichen mit der Hymne, ist der Militärmarsch des Preobraschenski- Regiments. Eine Tradition entstand, deren Melodie energisch und militärisch zugleich erschien. Eine faktische Hymne Russlands entstand, Ende des 18.Jahrhunderts. Die englische Hymne „ God save the King“ verband nicht nur Russland, sondern alle Herrschaftsfamilien Europas.

Dies stellte die Russen jedoch nicht zufrieden, denn sie waren der Meinung eine Hymne zu brauchen, mit der das Heer zu Felde ziehen würde.

„Ehre sei unserem Gott in Zion“ von Dimitri Bortnjanskis spielte nun die Rolle einer Nationalhymne, jedoch nicht zu Zwecken militärischer Dinge, sondern zu Trauerzwecken.

Im Jahre 1815, nach dem Krieg gegen Napoleon, forderte Zar Alexander I einen russischen Text zur englischen Version „ God save the King“. Diese wichtige Aufgabe wurde Wassili Schukowski zugeteilt, der die englische Hymne übersetzte.

Ab da an, hieß die erste offizielle und anerkannte russische Hymne „Gebet der Russen“.

Man könnte denken, die Hymne der Russen wäre vollendet, jedoch ordnete 17 Jahre später der Zar Nikolai I an, die Melodie zu ändern, damit nichts an den englischen Ursprung erinnert. (Die Aufgabe übernahm Alexej Lwow)

Im Jahre 1917, die Zeit der Februarrevolution, brachte den Sturz des Zaren und den Machtantritt der Bolschewiki mit sich. Durch die Herrschaft der Bolschewiki, bekam die Hymne den Namen „Tod“.

Erst Stalin (1942) schaffte die Hymne „ Tod“ ab und schuf ein Wettbewerb, an dem 13 Komponisten teilnahmen. Die Hymne entstand auf der Rückseite einer Friseurrechnung, verfasst von Georgi El – Registan und Michalkow. Beide Teilnehmer gewannen den Wettbewerb zur Schaffung einer neuen Hymne.

Stalin fügte eine neue Strophe hinzu, die die Stärke der Roten Armee zeigte und um die Schlacht gegen den Faschismus gehen sollte. Nikita Chruschtschjow entlarvte Stalins Personenkult und die Zeilen „ Und Stalin erzog uns zur Treue dem Volke“ wurden durch neue ersetzt, die von Lenin handelten.

 

Gebet der Russen- Die Russische Hymne im 19.Jahrhundert

·        „Gebet der Russen“- Die Hymne und Interpretation

 

Gott, schütze den Zaren!

Gib viele Tage auf Erden

Dem Verehrungswürdigen,

Dem Bezwinger der Hochmütigen,

Dem Beschirmer der Schwachen,

Alles dies sende uns

Der Himmel herab!

 

Dem machtvollen

Und rechtgläubigen Russland,

Herr, gebe deinen Schutz!

Eine Herrschaft gebe ihm,

Einträchtig und ruhig in Kraft,

Und halte fern

Alle Schmach und Schande!

 

O Vorsehung,

Deinen Segen sende

Auf uns herab!

Streben nach Wohlfahrt,

Versöhnung in Glück,

Ausdauer im Leid

Gib auf Erden!

 

Interpretation :

Die ganze Hymne ist stark von religiösen Eindrücken geprägt. Schon in der ersten Strophe erkennt

 

 

Die französische Nationalhymne Marseillaise 

 

Die Marseillaise wurde am 26. April 1792 von Claude Joseph Rouget de Lisle in Straßburg zu Ehren von Graf Luckner, dem Oberbefehlshaber, Gouverneur von Straßburg und Marschall von Frankreich, verfasst und war als Unterstützung der Truppen für den bevorstehendem Krieg gegen Österreich gedacht. Den Titel Marseillaise bekam das Lied aber erst als Soldaten aus Marseille dieses beim Einmarsch nach Paris sangen, denn ursprünglich hatte das Lied den Titel „ Chant de guerre pour l´armée du Rhin“ („Kriegslied für die Rheinarmee“). Die Marseillaise wurde am 14. Juli 1795 zur französischen Nationalhymne erklärt.

Im Laufe der Zeit gab es viele Versionen, Diskussionen und Gebrauchsbereiche der Hymne. Am Ende des 18. Jahrhunderts z.b. wurde bestritten, dass de Lisle der Urheber der Marseillaise sei und dass er die Melodie ausgerechnet von einem deutschen Komponisten Namens Holtzmann geklaut habe. Erst 1922 wurde dies schlussendlich widerlegt.

Im 19. Jahrhunderts wurde die Marseillaise zwischenzeitlich von vielen anderen Hymnen als Nationalhymne ersetzt, wie z.b. die Hymne von Napoléon (1804-1815) mit dem Titel „Le Chant du Départ“ oder die des zweiten Kaiserreichs mit dem Titel „Partant pour la Syrie“. Erst zur Zeit der Dritten Republik (1871-1940) fand sie ihren Weg zurück zur Nationalhymne.

In der Zeit als sie nicht die offizielle Nationalhymne von Frankreich war wurde sie in viele anderen Bereiche als Leitlied benutzt, wie z.B. für die Freiheits- und Arbeiterbewegungen in Frankreich und Europa. Auch gab es unterschiedliche Fassungen wie eine direkt gegen Deutschland gerichteten Version von 1914 oder die bürgerlichen Fassungen wie die „La Marseillaise pour le désarmément“ (pazifistisch), „ La Marseillaise des Citoyens des Couleurs“ (aus den ehemaligen Kolonien) oder „La Marseillaise Bacchique“ ( für die, die das Leben lieben). In Russland wurde sie unter dem Namen Marseljesa zur Zeit der Februarrevolution 1917 als Nationalhymne eingesetzt.

Dies zeigt deutlich welche Botschaft und Stimmung sie damals und noch heute übermittelt. Sie wurde kurz nach der französischen Revolution verfasst und nimmt somit alle Schlagwörter dieser Zeit auf. Im dem Text der Hymne wird stets von Brüderlichkeit, Freiheit, Demokratie und Nationalstolz gesprochen und die Feinde dieser Errungenschaften, also die Könige und die Monarchien verteufelt. Die Menschen die unterer dieser Tyrannei lebten wurden als Sklaven angesehen, aber auch als Brüder was dazu führte, dass sie diese als befreiungsbedürftig ansahen. Auch die Melodie vermittelt eine von Aufbruchsgefühlen, Stolz und Brüderlichkeit geschwängerte Stimmung. Im Ganzen kann man sagen, dass die Hymne perfekt das französische Lebensgefühl vermittelt.