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Friedrich
Barbarossa
Friedrich
wurde als Sohn Friedrichs II. von Hohenstaufen, Herzog von Schwaben, und der
Welfin Judith als Friedrich III., Herzog von Schwaben 1122 in Waiblingen
geboren, und stammte somit von den beiden verfeindeten Hauptadelsgeschlechtern
der damaligen Zeit ab. Seinen
Beinamen Barbarossa erhielt er wegen seines roten Bartes. Weil der Sohn des Königs
Konrad III., Friedrich von Rothenburg, noch minderjährig war, wurde Friedrich
zum Nachfolger bestimmt. Die Umstände dafür sind unklar. Am 9. März 1152
wurde er zum deutschen König gewählt und folgte seinem Onkel Konrad auf den
Thron. Drei Jahre später, am 18. Juni 1155, krönte ihn Papst Hadrian IV. während
seines ersten Italienfeldzugs zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.
Insgesamt unternahm Barbarossa sechs Feldzüge nach Italien.
Nach
seiner Krönung zum Kaiser verschlechterten sich die Beziehungen zum Papst und
endeten in einem heftigen Konflikt. 1176 wurde er bei Legnano (nahe Mailand)
vom papsttreuen Lombardenbund der norditalienischen Städte besiegt. Der
Konflikt mit dem Papst wurde 1177 durch einen Sonderfrieden mit Papst
Alexander III. in Venedig beendet. 1189 unternahm Friedrich den 3. Kreuzzug
mit Philip II. von Frankreich und Richard I. von England. Nach zwei
erfolgreichen Schlachten gegen die Muslime ertrank er am 10. Juni 1190 beim
Baden im Fluss Saleph in Anatolien unter nicht genau geklärten Umständen.
Seine sterblichen Überreste wurden von seinem Sohn Friedrich von Schwaben
mitgeführt, gingen jedoch im weiteren Verlauf des Kreuzzuges verloren.
Nachfolger Friedrich Barbarossas wurde sein Sohn Heinrich VI.

Kyffhäuser-Sage
Übersicht der Namensherkunft
Andere
Schreibweisen: Kiffhäuser, Kyfshäuser
Cuffese:
Kuppe, Kopf
Kyff: Krieg, Streit
also
ein „Streithaus“ womit eine Burg gemeint ist.
Geographie des Berges
Der
Kyffhäuser ist ein Mittelgebirge in Norddeutschland dessen Höchster Punkt
der Kulpenberg ist. Er ist ungefähr 470 Meter hoch (gemessen über Normal
Null (NN) also dem mittleren
Meeresspiegel), sieben Kilometer lang und 19 Kilometer breit.
Im
Zentrum des Kyffhäusers befindet sich die Stadt Ratsfeld. Drum herum sind im
Norden Sittendorf, im Osten Udersleben, im Süden Rottleben und im Westen
Steinthaleben. Er erstreckt sich also südöstlich des Unterharzes und der
Goldenen Aue. In Richtung Osten fließen die Helme und die Wipper aus Westen
und Süden am Kyffhäuser vorbei und münden beide in die Unstrut. Ein Großteil
des Gebirges ist mit Wald bedeckt.
Es
folgt eine Liste der wichtigsten Berge und Erhebungen:
- Kulpenberg
(473,4 m)
- Kyffhäuserburgberg
(457 m)
- Kattenburg
(276)
- Schlachtberg
(271 m)
- Kosakenberg
(223 m)
- Pfingstberg
(196 m)
Zwischen 1890 und 1896 wird auf dem Kyffhäuserburgberg das
Barbarossa Denkmal gebaut. Was man damals noch nicht wusste oder nur dunkel
ahnte war, dass es halb auf den Ruinen der Reichsburg zu Kyffhausen errichtet
wurde. Seine Höhe beträgt stolze 81 Meter. Es wurde von demselben Herrn
entworfen der sich auch das berühmte Denkmal zur Völkerschlacht in Leipzig
ausgedacht hatte: Bruno Schmitz.
Neben dem Denkmal findet man immer noch Reste der Reichsburg.
Davon erhalten ist der tiefste Burgbrunnen der Welt mit einer Tiefe von 176
Metern. Er wurde seinerzeit völlig ohne Lot gebaut, verläuft also leicht
schief.
Ebenfalls sehenswert in der Gegend ist die Barbarossa Höhle
in Rottleben und das Bauernkriegspanorama, welches eines der größten
Tafelbilder der Welt ist.
Sagenwelt
Die Sagenwelt in Deutschland ist schon sehr alt. Sie bezieht
sich auf Wünsche und Sehnsüchte, die an Götter und später an berühmte
Kaiser gerichtet wurden.
Es gibt zahlreiche andere Sagen wie zum Beispiel die Lorelei
oder Siegfried und sein Drache.
Ein Grund für ihre Entstehung ist der Gerechtigkeitssinn der
einfachen Menschen (oft Bauern). Für sie waren diese Sagen eine Möglichkeit
sich über selber erfahrenes Unrecht hinweg zu trösten. Sie hatten das Bedürfnis
nach einem geordneten, friedlichen Leben und einer gerechten Obrigkeit.
Letzteres verband sich bald mit dem „einstmals wiederkehrenden Kaiser“.
Die drückende Not und die Häufung der sozialen Missstände
im deutschen Reich nach 1250 waren also ein perfekter Nährboden für die
Entstehung eines großen Sagenkreises. Grund dafür waren Krieg und Elend (das
dadurch Einzug hielt), sowie soziale, weltliche und geistliche Missstände.
Diese erinnern das Volk besonders an die vergangene Reichsherrlichkeit unter
den Staufern.
Das
Gedicht „Der alte Barbarossa“
1817 von Friedrich
Rückert
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Der
alte Barbarossa,
der
Kaiser Friederich,
im
unterirdischen Schlosse
hält
er verzaubert sich.
Er
ist niemals gestorben,
er
lebt darin noch jetzt;
er
hat im Schloss verborgen
zum
Schlaf sich hingesetzt.
Er
hat hinabgenommen
des
Reiches Herrlichkeit
und
wird einst wiederkommen
mit
ihr, zu seiner Zeit.
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Er
nickte als wie im Traume
sein
Aug halb offen zwinkt;
und
je nach langem Raume
er
einem Knaben winkt.
Er
spricht im Schlaf zum Knaben:
Geh
hin vors Schloss, o Zwerg
und
sieh, ob noch die Raben
herfliegen
um den Berg.
Und
wenn die alten Raben
noch
fliegen immerdar,
so
muss ich auch noch schlafen
verzaubert
hundert Jahr.
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Die
Kyffhäusersage
Das Mittelgebirge, der Kyffhäuser ist der zentrale Ort dieser
Sage. Es wird erzählt das Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa dort
mitsamt seinem Gefolge schläft. Er wird eines Tages erwachen und das Deutsche
Reich retten und wieder zu neuer Herrlichkeit führen.
In der Höhle kann man mit etwas Fantasie den schlafenden
Kaiser sehen, wie er auf einer Bank sitzt und schläft. Seinen Spitznamen hat
er durch seinen roten Bart, der schon unter seinen steinernen Tisch gewachsen
ist.
Früher (bis zum 16. Jahrhundert) war es nicht Barbarossa
sonder Kaiser Friedrich II. der dort schlafen sollte. Später wurde auch Karl
der Große in die Höhle interpretiert. Im Mittelalter gab es immer wieder
Zwischenfälle an denen sich Betrüger als auferstandener Kaiser ausgaben, und
damit auch durchaus einige glaubenswillige Teile der Bevölkerung täuschten.
Zum Beispiel der berühmte Tile Kolup.
Besonders im 19. Jahrhundert wurden mit der Sage auch mit
der aktuellen politischen Lage und deren Forderungen in Verbindung gebracht.
Vor der deutschen
Einigung (1871) hatten viele Deutsche Staatsbürger den Wunsch nach einem Nationalstaat,
wie er nach damaliger Auffassung zu Zeiten Friedrichs I. existierte.
Es gibt desweiteren viel Literatur über diese Sage, darunter
viele Varianten der Volksmärchen oder eine Version von Heinrich Heine.
Nach 1871 wurde der Mythos nicht mehr auf die nationale
Einheit bezogen sondern auf das Streben nach weltweiter Macht des deutschen
Kaiserreiches unter Wilhelm II., dem Imperialismus. In dieser Zeit wurde auch
das Kyffhäuserdenkmal zu Ehren Kaiser Wilhelm I. erbaut, das nicht nur
Barbarossa sondern auch den ersten Kaiser des Hohenzollernreichs in Form eines
Reiterstandbildes als Erben des Staufers zeigt.

Der große Brunnen am Barbarossaplatz, Zentrum und Wahrzeichen der Luegallee
Der Barbarossaplatz um 1900. Das damalige Geschäftszentrum von Oberkassel.
Der heutige Barbarossaplatz, immer noch Geschäfts- und Handelszentrum.
Trotz sichtlicher Modernisierung hat der Platz nicht an Bedeutung und Funktion
verloren.
Der Kyffhäuserblock im Hintergrund der ersten Bahnlinie der Luegallee. Früher
wurde der Mittelteil als Fuß- und
Fahrradweg genutzt. Einer der ersten Linien war die Linie 17. Sie kam aus Lörick
und fuhr über die Oberkassler Brücke in die Stadt.
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